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Kultur- und Sportamt des Landkreises Forchheim


Burgen der Fränkischen Schweiz
Grußwort von Gustav Voit (aus: Die Burgen der Fränkischen Schweiz - Ein Kulturführer)

Die Fränkische Schweiz ist ein großartiges Erholungsgebiet mit vielen Glanzpunkten der Natur und der Geschichte. So sind die einzigartigen Tropfsteinhöhlen und die wundersamen Felsgebilde weit bekannt. Aber in erster Linie ist die Wiesentalb eine ausgesprochene Burgenlandschaft. Kein anderer Raum kann so viele Burgen, Schlösser und Ruinen in so engen Grenzen - in einem Kreis von ungefähr 45 Kilometer Durchmesser - aufweisen.

Von den 172 Wehrbauten in der Fränkischen Schweiz, die zum größten Teil durch drei Bücher Hellmut Kunstmanns ausführlich dargestellt wurden, sind heute noch 40 bewohnt oder bewohnbar. 24 von ihnen erheben sich auf steilen, oft malerischen Jurahöhen. Sie bilden den größten Schmuck der Landschaft. Zwei Burgen werden heute noch von den Nachkommen der Erbauer bewohnt. Die Freiherren von Aufseß sitzen nachweislich seit 1114, die von Egloffstein seit etwa 1079 auf ihren Burgen. Als Perle des Püttlachtales zeigt sich die Burg Pottenstein, die kurz vor 1070 von Graf Botho erbaut wurde. Wiederholt eingenommen und geplündert blieb sie doch vom Schicksal der Zerstörung bewahrt. Allerdings hatte man 1816 ihren Turm abgetragen. Leider zeigt sich die 1076 genannte Burg Gößweinstein nicht mehr in ihrer ursprünglichen Gestalt. Dennoch begeistert ihr Anblick vom Wiesenttal her jeden Besucher.

Von den 172 genannten wehrhaften Sitzen zeigen sich heute 12 als Ruinen. Am bekanntesten sind die malerischen Trümmer der auf einem ins Wiesenttal vorspringenden Felsen thronenden Burg Neideck. Sie hat schon um 1800 die Romantiker Tieck, Wackenroder, Knebel, Arndt und Jean Paul begeistert, wurde von berühmten Künstlern gezeichnet und ist nun das Wahrzeichen der Fränkischen Schweiz. Hier residierte Konrad II. von Schlüsselberg, ein Edelmann im wahrsten Sinn des Wortes. Er blieb seinem Kaiser treu, obwohl ihn dieser zweimal seinen politischen Vorhaben opferte. Von übermächtigen Feinden auf Burg Neideck belagert, tötete ihn 1347 ein Wurfgeschoß.

Schließlich erinnern nur mehr Nebengebäude an fünf ehemalige Herrensitze. Meist unbekannt sind die 115 Burgställe, die den Standort ehemaliger Wehrbauten angeen. Sie wurden entweder in einem der 19 Kriege, die zwischen 1128 und 1796 das Land durchtobten, zerstört oder wegen geringen militärischen Wertes aufgelassen. Manchmal weiß man über ihr Schicksal überhaupt nichts mehr. Man ist lediglich auf Vermutungen angewiesen.

Von den kriegerischen Aktionen ist zunächst der Hussitenturm 1430 zu nennen. 29 Burgen wurden niedergebrannt; zehn von ihnen blieben in Trümmern liegen. Die größten Zerstörungen aber brachte der Bauernkrieg 1525. In einem Zeitraum von fünf Wochen gingen 61 Burgen und Schlösser in Flammen auf.

Mit dem auf die Bauern des Hochstifts Bamberg umgelegten Strafgeld konnten 44 Schlösser wieder aufgebaut werden. 1552/53 zerstörte Markgraf Albrecht Alcibiades 12 Burgen. Darunter befand sich die bereits genannte Neideck. Sie ist seitdem Ruine. Im Gegenzug vernichteten die Feinde des Markgrafen fünf Burgen. Acht der 17 zerstörten Schlösser wurden nicht mehr aufgebaut.

Jeder Wehrbau atmet Geschichte. Er spricht von guten und schlechten Zeiten und mahnt zum Frieden, den die Menschen gerade jetzt mehr denn je brauchen. Es ist die Aufgabe der heutigen Generation, diese Denkmäler zu erhalten.

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